Physiotherapie
Kräftigung, Stabilisierung der Gelenke und Training der Propriozeption (der Wahrnehmung der Körperposition).
Eine Diagnose bringt Antworten, aber auch viele Fragen. EDS ist nicht heilbar, doch eine passende Versorgung durch mehrere Fachleute verbessert die Lebensqualität deutlich. Diese Seite fasst die möglichen Behandlungen und Tipps für den Alltag zusammen.
Das französische Diagnose- und Versorgungsprotokoll (PNDS) für nicht-vaskuläre EDS nennt vier Ziele: den Verlauf stabilisieren oder verlangsamen, Komplikationen vorbeugen, die Lebensqualität verbessern und Schule oder Beruf ermöglichen.
Nicht jeder EDS-Typ birgt dieselben Komplikationen, und die Symptome sind von Mensch zu Mensch sehr verschieden: Die Versorgung wird daher individuell und mit mehreren Fachleuten aufgebaut.
Die Rehabilitation soll die Folgen der Überbeweglichkeit begrenzen, Schmerzen verringern, Einschränkungen ausgleichen und die Selbstständigkeit im Alltag, in der Schule und im Beruf unterstützen.
Kräftigung, Stabilisierung der Gelenke und Training der Propriozeption (der Wahrnehmung der Körperposition).
Ergänzend zur Physiotherapie: Alltagsbewegungen, Hilfsmittel, Koordination und Vertrauen in den eigenen Körper.
Empfohlen, aber individuell und von einer Fachperson begleitet, zum Beispiel einer Lehrkraft für angepassten Sport.
Programme zur therapeutischen Patientenschulung (ETP) helfen, die eigene Erkrankung besser zu verstehen und den Alltag zu organisieren. Zum Beispiel das Programm PrEduSED, das als stationärer Aufenthalt im Zentrum Les Massues in Lyon angeboten wird. Erkundige dich bei deinem Referenz- oder Kompetenzzentrum.
Je nach Bedarf können mehrere Hilfsmittel verordnet werden, oft von einem Arzt für physikalische und rehabilitative Medizin.
Sie stabilisieren ein Gelenk und können auch Schmerzen lindern.
Je nach Bedarf können sie die Stabilität und die Körperwahrnehmung unterstützen.
An Fuß und Haltung angepasst, um die Belastung besser zu verteilen.
Sitzkissen und Rückenlehnen, angepasste Matratze und in schweren Fällen ein Rollstuhl, um die Selbstständigkeit zu erhalten.
Schmerzen können Gelenke und Muskeln betreffen, aber auch Bauch, Becken oder Kopf. Das PNDS empfiehlt einen multidisziplinären Ansatz aus Medikamenten, Rehabilitation und psychologischer Unterstützung, um auf die Ursachen und das Schmerzempfinden einzuwirken.
Erschöpfung hat oft mehrere Ursachen: Muskeln, Propriozeption, Dysautonomie, Schmerzen. Was sie verstärken kann, sollte gesucht und behandelt werden: Blutarmut, Mangelzustände, Nebenwirkungen von Medikamenten, Schlafstörungen, Allergien oder Schilddrüsenprobleme.
Jede Beschwerde wird von der passenden Fachrichtung abgeklärt und behandelt, unter Berücksichtigung des EDS.
Reflux, Blähungen, Schmerzen, Verstopfung oder Durchfall sind häufig. Bestimmte Behandlungen (gegen Magensäure, Abführmittel) können helfen. Gastroparese
Inkontinenz, starker Harndrang, nächtliches Aufstehen: Ein Beckenbodentraining bei einer Physiotherapeutin kann angeboten werden.
Bei empfindlicher Haut: Wunden und Blutergüssen vorbeugen, gefährdete Stellen schützen, Nähte anpassen.
Bei nicht-vaskulärem EDS ist hormonelle Verhütung nicht kontraindiziert. Sprich mit deinem Arzt oder deiner Gynäkologin darüber. Eine Schwangerschaft wird geplant und in einer geeigneten Einrichtung begleitet.
Herz, Atmung, Neurologie, Gynäkologie, HNO, Augen, Zähne: passende Untersuchungen und Behandlungen je nach Symptomen.
Mit einer chronischen Krankheit zu leben, ist belastend: Psychologische Begleitung gehört zur Versorgung.
Informiere die Teams vor einem Eingriff, einer Zahnbehandlung, einer Narkose oder einer Entbindung über dein EDS. Bei empfindlicher Haut empfiehlt das PNDS zum Beispiel spannungsfreie Nähte, deren Fäden länger (etwa 15 Tage) liegen bleiben und schrittweise entfernt werden.
Örtliche Betäubung: Viele Menschen mit EDS, insbesondere dem hypermobilen Typ, berichten, dass örtliche Betäubungen (beim Zahnarzt, bei kleinen Eingriffen) schlechter, kürzer oder langsamer wirken. Sag es der Fachperson vorher: Sie kann Dosis, Technik oder Wartezeit anpassen.
Was Formalitäten angeht, kann dein Arzt in Frankreich je nach Situation eine Kostenübernahme als Langzeiterkrankung (ALD) beantragen, und die MDPH kann Hilfen und Anpassungen gewähren. Deine Rechte und Formalitäten
EDS kann viele Bereiche des Alltags betreffen: Schmerzen, Erschöpfung, Gelenkstabilität, Schlaf, Verdauung, Konzentration oder die Fähigkeit, bestimmte Aktivitäten auszuführen.
Auch die Stärke dieser Beschwerden schwankt: Was an einem Tag möglich ist, kann am nächsten viel mehr Energie kosten.
Statt einer starren Routine geht es darum, den eigenen Körper zu beobachten und den Alltag nach und nach anzupassen.
Erschöpfung kann bei den Ehlers-Danlos-Syndromen sehr präsent sein. Pacing (Energiemanagement) bedeutet unter anderem, Aktivitäten und Erholungszeiten so zu planen, dass ein abrupter Wechsel zwischen Überaktivität und Erschöpfung vermieden wird.
Wie fühle ich mich heute?
Was ist wirklich wichtig?
Kann ich diese Aufgabe aufteilen?
Eine echte Pause einplanen, bevor die Erschöpfung kommt.
An besseren Tagen möchte man alles nachholen, was liegen geblieben ist. Die Symptome können dann in den folgenden Tagen zunehmen.
„Ich nutze das aus und mache alles.“
Viel Anstrengung in kurzer Zeit.
Erschöpfung, Schmerzen oder ein größeres Erholungsbedürfnis.
Aktivitäten werden schwierig oder unmöglich.
Wenn es geht, hilft es, eine Aktivität zu beenden, bevor deine Kräfte ganz aufgebraucht sind, um Energie für den Rest des Tages zu behalten.
Was hilft, ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Oft geht es darum, wiederholte mechanische Belastungen zu verringern und die Funktion so weit wie möglich zu erhalten.
Die Positionen abzuwechseln, statt lange in derselben Haltung zu bleiben, kann für manche Menschen angenehmer sein.
Die Höhe eines Bildschirms ändern, eine Stütze nutzen, häufig gebrauchte Gegenstände näher legen oder einen Raum umgestalten, kann manche Belastungen im Alltag verringern.
Physiotherapeutinnen, Ergotherapeuten und andere Fachleute können helfen, passende Strategien für eine bestimmte Situation zu finden.
Bewegung kann Teil der Versorgung sein, vor allem um die Funktion zu erhalten und einem Trainingsverlust vorzubeugen. Aber Umfang, Art und Steigerung müssen an die Person angepasst sein.
Ein einfaches „Mach mehr Sport“ reicht nicht, wenn Schmerzen, Instabilität oder Erschöpfung die Aktivitäten schon einschränken.
Eine Fachperson, die sich mit Hypermobilität auskennt, kann helfen, ein angepasstes, schrittweises und realistisches Programm aufzubauen.
Eine Hilfe muss kein medizinisches Gerät sein: Kleine Änderungen sparen manchmal viel Energie.
Nützliche Dinge in Reichweite stellen, für bestimmte Tätigkeiten einen Sitz nutzen oder unnötige Wege vermeiden.
Orthesen, Gehhilfen oder andere Hilfsmittel helfen manchmal, selbstständig zu bleiben, wenn sie zu den Bedürfnissen der Person passen.
Eine große Aufgabe auf mehrere Zeitpunkte oder Tage verteilen, statt alles auf einmal zu erledigen.
Bei manchen Aufgaben um Hilfe zu bitten, spart Energie für andere wichtige Aktivitäten.
Orientierung für deine AngehörigenAnpassungen ermöglichen es manchmal, Schule, Studium oder Beruf unter besseren Bedingungen fortzusetzen.
Pausen einzuplanen oder Aufgaben zu verteilen, begrenzt die Ansammlung von Erschöpfung.
Stuhl, Schreibtisch, Bildschirm oder Arbeitsmittel lassen sich manchmal anpassen, um Belastungen zu verringern.
Je nach Situation können angepasste Arbeitszeiten, Homeoffice oder eine andere Organisation des Unterrichts besprochen werden.
Besonders anstrengende Aufgaben zu erkennen, hilft, über vorrangige Anpassungen nachzudenken.
Eine Strategie, die anderen hilft, ist nicht unbedingt die beste für dich.
Manche Aufgaben lassen sich verkürzen, umorganisieren, aufteilen oder abgeben.
Energiemanagement dient nicht nur den Pflichten: Platz für wichtige oder schöne Aktivitäten zu lassen, gehört auch zum Gleichgewicht.
Diese Seite stützt sich auf das französische Diagnose- und Versorgungsprotokoll für nicht-vaskuläre EDS, das Referenzdokument in Frankreich. Das vaskuläre EDS erfordert eine eigene Versorgung.
Der Inhalt dieser Seite dient der Information. Er ersetzt weder eine ärztliche Beratung noch eine Diagnose noch die persönliche Empfehlung einer medizinischen Fachkraft. Ändere eine Behandlung nie ohne ärztlichen Rat.
Eine Aktivität, eine Orthese, ein Hilfsmittel oder eine Anpassung muss zu deiner Situation passen: Hol dir bei Bedarf fachlichen Rat.
Der Austausch mit anderen Betroffenen hilft oft, die richtigen Fachleute und die besten Tipps zu finden. Werde Teil der n’Cie und mach mit unserem Infoblatt zum Ausdrucken eine Bestandsaufnahme deiner Bedürfnisse.
Die Krankheit sollte nicht isolieren
Eine chronische Krankheit kann manche Ausflüge oder Aktivitäten erschweren, und der Kontakt zu anderen wird manchmal nach und nach weniger.
Eine Aktivität anzupassen, ist manchmal realistischer, als sie abzusagen: sie verkürzen, einen Sitzplatz einplanen, eine passendere Uhrzeit wählen oder einfach ankündigen, dass du vielleicht früher gehst.
Der Austausch mit Menschen, die Ähnliches erleben, hilft auch, die Isolation zu durchbrechen.
Genau darum geht es bei den Treffen des Vereins und beim n’Cie-Pass: sich persönlich treffen, im eigenen Tempo.